Rita Greine und Melanie Fehring

Gesunde Bildung

ISBN: 3-89135-143-7

84 Seiten

 


Bildung ist in aller Munde!

Eigentlich ist das Thema Bildung in der Kindertagesstätte
schon immer aktuell gewesen! Eigentlich haben wir uns doch
schon immer in unserer Arbeit dafür eingesetzt, Kinder durch
das Spiel möglichst vielseitig zu bilden. Eigentlich ...
Diese und ähnliche Aussagen von Erzieherinnen klingen fast
rechtfertigend, wenn allerorts die Forderung nach mehr Bil-
dung im Elementarbereich lauter wird. Plötzlich erscheinen
Bildungsvereinbarungen sowie Bildungskonzepte und auch
Schulfähigkeitsprofile sollen entwickelt werden.
Wir sollten uns nicht kritisiert fühlen, eher könnten wir die jet-
zige Diskussion als Einladung verstehen, uns und der Öffent-
lichkeit die Qualität unserer Arbeit bewusster und transparen-
ter zu machen und sie mit mehr Struktur zu versehen. Wir
beginnen deshalb damit, das Thema Bildung in der Kinderta-
gesstätte als solches mehr in den Vordergrund zu stellen, es
präsenter zu machen.
Als langjährige Leiterinnen von Kindertagesstätten haben
auch wir uns mit unseren Kolleginnen auf den Weg gemacht,
die Arbeit in unseren Kitas unter dem Aspekt „Bildung" zu be-
trachten, sie zu reflektieren und Fragen wie „Was meint Bil-
dung?", „Wo und wie findet in unserer täglichen pädagogi-
schen Arbeit Bildung statt?", nachzugehen.
Bewusst durchleuchteten wir im Rahmen eines vom Fachbe-
rater begleiteten Qualitätsmanagements die vielfältigen Bil-
dungsangebote, die wir ganz selbstverständlich schon lange
in unsere Arbeit integriert hatten - und entdeckten sie neu!
Eine Anmerkung sei an dieser Stelle erlaubt: Wir waren von
vornherein überzeugt, dass wir eine inhaltlich gute pädago-
gische Arbeit leisten und diese Überzeugung bestätigte sich.
Dennoch, eine bewusste „Inventur" und die dadurch sich
entwickelnden kleinen Veränderungen steigerten den An-
spruch an unsere Arbeit enorm. Die Vielzahl unserer kleinen
Veränderungen hatte eine nicht unerhebliche positive Aus-
wirkung auf das Engagement, auf die Neugierde und die Ex-
perimentierfreude der Kinder und damit nicht zuletzt auf die 
Qualität unserer Bildungsangebote.
Doch wir erfuhren auch ein gewisses Gefühl der Achtsamkeit
den Kindern gegenüber, sie mit einem so hohen Bildungsan-
spruch nicht „voll zu stopfen". Bildung darf, wenn sie kind-
gerecht geschehen soll, nicht isoliert gestaltet werden. Immer
mehr wuchs in uns der Wunsch, dieses Thema in ein gesun-
des Klima einzubetten - also Bildung und Gesundheit mitei-
nander zu verknüpfen.
Ganz besonders die Ausbildung zur Kunsttherapeutin neben
unserem eigentlichen Beruf der Erzieherin hat uns gezeigt,
Bildung immer mit Kopf, Herz und Hand zu praktizieren.
Mehr und mehr ist es uns gelungen, den Alltag mit den Kin-
dern so zu gestalten, dass all die Herausforderungen mit denen
sie konfrontiert werden in einer angstfreien Umgebung statt-
finden. Darüber hinaus wurden bei unseren Kindern durch
ein Gefühl des Vertrauens zur Erzieherin Mut und Neugierde
geweckt, das „Leben mit all seinen Facetten zu probieren".
Auf Grund all dieser Erfahrungen machen wir uns für eine
„Gesunde Bildung" stark!
In diesem Buch zeigen wir auf, welche gesundheitsfördern-
den Faktoren zum Fundament für eine gelungene Bildung
werden sollten. Bildung darf nicht allein dastehen! Wir ma-
chen transparent, was ein Kind alles braucht und welcher
Grundlagen es bedarf, wenn es nicht nur gebildet, sondern
gleichzeitig mit einem Bewusstsein für ein harmonisches
Selbstempfinden heranwachsen soll.
Aus diesem Grunde möchten wir die Vielfalt der kreativen Bil-
dungsmöglichkeiten anhand einiger praktischer Beispiele auf-
zeigen! Notwendig ist ein kreatives Handwerkszeug der Erzie-
herinnen, welches auch etwas mit Gesundheitsförderung zu
tun hat, denn Kinder, die eingeladen werden, ihr Fantasiepo-
tenzial lebendig werden zu lassen, bekommen auf diese Wei-
se Streicheleinheiten, die zu ihrem seelischen Gleichgewicht
beitragen.